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Warum sind Unternehmensanleihen für den Anleger interessant?

Als Aktionär eines Unternehmens wird man Miteigentümer des selbigen. Bevor ein Shareholder in ein Unternehmen investiert, überprüft er fundamentale Kennzahlen und timt seinen Einstieg mit Hilfe der Charttechnik. Das Geschäftsmodell des Unternehmens spielt eine zentrale Rolle bei der Beurteilung einer lohnenswerten Investition. Dem Aktionär werden dafür besondere Rechte eingeräumt, zum Beispiel kann er auf einer Hauptversammlung die Zukunft des Unternehmens, durch Abgabe von Stimmen maßgeblich beeinflussen und gestalten.

Als Inhaber einer Unternehmensanleihe leihen Sie dem Unternehmen Ihr Geld und werden deshalb rechtlich als Gläubiger behandelt. Sobald der Emittent Konkurs anmelden muss, werden die Ansprüche der Anleihebesitzer vorrangig behandelt. Die Inhaber der Anleihe haben die Chance einen kleinen Betrag ihrer Forderung zurückzuerhalten. Historisch befindet sich dieser Betrag durchschnittlich bei einer Quote von 40 Prozent. Der Aktionär geht in den meisten Fällen leer aus. Eigentümer von Anleihen sind deshalb darauf bedacht, dass das Unternehmen sich mit Investitionen zurückhält und stattdessen den Fokus auf den Schuldenabbau und einer soliden Liquidität legt. Die Einnahmen sind für den Anleiheinhaber meistens nicht von besonders hohem Interesse, solange das Unternehmen die Schulden begleichen kann und nicht in Zahlungsschwierigkeiten gelangt. 

Im Gegensatz zu einer Anleihe sind Aktienkurse deutlich volatiler, Anleihekurse unterliegen also einer geringeren Schwankungsbreite. Dafür sind die Renditen bei Anleihen zwar geringer, aber wenn Sie an regelmäßigen Erträgen interessiert sind und auch in kurzen Anlagezeiträumen an Ihr investiertes Kapital kommen möchten, sollten Sie sich für eine Unternehmensanleihe entscheiden. Der Anleihenmarkt ist nicht so liquide wie der Aktien- oder Forexmarkt, dennoch bleiben Sie mit einer Anleihe in Ihrer Finanzplanung flexibel. In den letzten 15 Jahren konnten Anleger mit einem Mix aus Staats- und Unternehmensanleihen eine jährliche Rendite von über sieben Prozent erzielen.

„Wer gut schlafen will, kauft Anleihen, wer gut essen will, kauft Aktien.“ Alte Börsenweisheit

Der Unternehmensanleihe-Index von Moodys wies Ende 2012 eine durchschnittliche Rendite von nicht einmal vier Prozent aus. Dies entspricht zwar einer höheren Rendite als beim Tages- oder Festgeldkonto, ist laut der historischen Daten vom Index jedoch der niedrigste Wert seit dem Jahr 1958. Im Jahr 2008 waren es durchschnittlich sieben Prozent und Anfang 2010 konnte man eine Rendite von sechs Prozent erwarten. 

Die Anlageform wird bei den Bundesbürgern immer beliebter. Im Jahr 2012 haben deutsche Anleger mehr als fünf Milliarden Euro in Rentenfonds mit den Schwerpunkt Unternehmensanleihen geparkt. Insgesamt stecken 24 Milliarden Euro in den Corporate-Bond-Fonds.

Die meisten Anleger stellen sich wahrscheinlich die Frage, wie viele Anleihen sie sich ins Depot packen sollen. Das hängt von der Risikofreudigkeit des Anlegers ab. Als Faustregel gilt jedoch, dass ein Depot zu 10-15 Prozent aus Unternehmensanleihen bestehen sollte

Welche Informationen für Sie als Anleger interessant sind, werden von dem Unternehmen im Prospekt oder auf der Homepage kommuniziert. Wir haben Ihnen das Anleiheportrait der Rickmers Gruppe und der More & More AG hochgeladen.

Die Rickmers Gruppe möchte mit der Emission ein Volumen von 200 Millionen Euro einnehmen. Pro Jahr wird eine Rendite von 8,875 Prozent an den Anleiheinhaber gezahlt. Die Anleihen werden in 1.000 Euro-Beträge gestückelt und die Laufzeit beträgt fünf Jahre.

Die Anleihe der More & More AG besitzt ebenfalls eine Laufzeit von fünf Jahren und möchte Emissionserlöse von bis zu 13 Millionen Euro erzielen. Die Mittel werden zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten und Rückführung der Lieferantenverbindlichkeiten zur Optimierung der Einkaufskonditionen verwendet. Außerdem soll in das Anlagevermögen investiert werden.

Die nächste Lektion im Anleihen-Crashkurs lautet:

Was sind Staatsanleihen?

Autor: Martin Brosy