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20.11.2014 16:18 Alter: 3 yrs
Autor: Martin Brosy

Schatzanweisungen des Bundes


Reutlingen (www.anleihenpoint.de): Schatzanweisungen sind ein wichtiges Mittel der kurz- mittel- und langfristigen Geldbeschaffung auf dem Kapitalmarkt durch den Staat. Es handelt sich hierbei um eine Sonderform der Anleihe oder auch Schuldverschreibung. Der Staat verschafft sich die benötigten Mittel, indem er Wertpapiere, die oft auch als Bundesschatzbriefe bezeichnet werden, über die privaten Geschäftsbanken an ein breites Publikum verkauft.

Formen von Schatzanweisungen

Sie werden in drei Gruppen eingeteilt. 
 

  1.  Verzinsliche Schatzanweisungen,
  2.  Unverzinsliche Schatzanweisungen,
  3.  Schatzwechsel (Sie spielen heute kaum bzw. nur noch eine sehr untergeordnete Rolle.).

Verzinsliche Schatzanweisungen sind Papiere mit einer Laufzeit von 1 bis 7 Jahren. Sie werden zu einem festgelegten Termin fällig und sind, wie andere festverzinsliche Wertpapiere auch, mit Zinsscheinen ausgestattet. Zinsscheine sind Ertragsscheine, die zum Bezug der in der Regel jährlich anfallenden Zinsen berechtigen.
Unverzinsliche Schatzanweisungen sind dadurch gekennzeichnet, dass deren Ausgabekurs unter dem Rückzahlungsbetrag liegt. Die Differenz zwischen den beiden Beträgen stellt die Zinsvergütung (bis zu 24 Monate) dar. Sie sind nicht mit Zinsscheinen ausgestattet, da sie ja den Zinsertrag bereits vorab gewähren. Diese Schatzanweisungen werden auch als U-Schätze bezeichnet. Der Buchstabe U steht für unverzinslich.
Schatzwechsel mit einer Laufzeit von 90 Tagen werden mit festen Beträgen von der Zentralbank emittiert (ausgegeben).
Schatzanweisungen werden dem Käufer von den Banken nicht ausgehändigt. Sie werden in besonders dafür angelegten Depots der staatlichen Zentralbank verwaltet. Es handelt sich hierbei um eine wichtige Sicherheitsmaßnahme, für die der Käufer einer solchen Anweisung eine Gebühr, die Depotgebühr, entrichten muss.

Wirtschaftliche Bedeutung von Schatzanweisungen

Schatzanweisungen erhöhen, wie andere Staatsanleihen auch, die Schulden der Bundesrepublik. Diese sogenannte Staatsverschuldung ist also eine innere Verschuldung, der Staat ist nicht gegenüber dem Ausland, sondern gegenüber seinen Bürgern und den Unternehmen des Landes verschuldet. Eine zu große Staatsverschuldung kann das wirtschaftliche Gleichgewicht enorm stören, was sich unter anderem in einem Sinken des Wertes der eigenen Währung äußert. Die gegenwärtige EURO-Krise ist wesentlich durch die zu hohen Staatsschulden einiger Mitgliedsländer der EU gekennzeichnet. 
Andererseits erhöhen sie die Liquidität im Lande. Das durch sie bewirkte Ansteigen des Geldvolumens kann Anreiz sein, die Investitionen zu erhöhen, und auf diese Weise die Kaufkraft stimulieren und die Arbeitslosigkeit zu senken.


Über den Autor (*)

Martin Brosy

Martin Brosy
Boersenpoint

Martin Brosy betreibt die Börsenplattform und das Börsenspiel www.boersenpoint.de . Mit dem Beginn seines BWL-Studiums 2009 fing Herr Brosy damit an Aktien und Devisen erfolgreich zu traden.
Als Chefredakteur von Boersenpoint veröffentlicht er täglich seine Gedanken zu interessanten Aktien und komplexen Volkswirtschaftlichen Zusammenhängen.

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