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10.09.2015 07:45 Alter: 2 yrs
Autor: Martin Brosy

Mittelstandsanleihen – sinnvolle Geldanlage?


Der Markt mit Mittelstandsanleihen ist noch gar nicht so alt, kann aber schon auf ein beachtliches Volumen verweisen. So liegt das Gesamtvolumen der mittlerweile über 100 Mittelstandsanleihen hierzulande nach Informationen des FINANCE Magazins im Milliardenbereich. Doch sind Mittelstandsanleihen auch für private Anleger eine sinnvolle Kapitalanlage oder sollten lediglich große institutionelle Anleger auch Mittelstandsanleihen im eigenen Portfolio-Mix haben? Im Folgenden soll genau diesen Fragen etwas genauer nachgegangen werden.

Bildquelle: Anleihe03 © B. Wylezich / Fotolia.com

Einflussfaktoren und Risiken von Mittelstandsanleihen – ein Überblick

Bevor man sich für eine Geldanlage entscheidet, sollte ein ausreichendes Verständnis für die spezielle Anlageform vorliegen. Nur so kann auch eine entsprechende Beurteilung vorgenommen werden. Aus diesem Grund werden nun die Einflussfaktoren für die Anleihen-Rendite sowie die Risiken dieser Anlageform übersichtlich aufgezeigt:

Eine Mittelstandsanleihe stellt also quasi eine Art Kredit dar, den ein Anleger einem mittelständischen Unternehmen gibt. Der einzige Unterschied liegt darin, dass Anleihen handelbar sind und deshalb ihren Wert während der Laufzeit verändern können. Wird eine bestimmte Mittelstandsanleihe also stark nachgefragt, steigt ihr Kurs. Wer daraufhin später zugreifen möchte, muss für einen Anteil mehr bezahlen als den nominalen Wert. Dies senkt wiederum die effektive Rendite. Ein kleines Beispiel soll dies verdeutlichen:

Nominalwert Anleihe (1. Anteil):            1.000 Euro

Coupon:                                               6,7%

Nominale Rendite:                                67 Euro

Kurs:                                                   107%

Effektive Rendite (bei Kauf zum Kurs):   6,26%

Der Anleger bekommt in diesem Beispiel immer noch 67 Euro Rendite, jedoch muss er beim späteren Kauf 1.070 Euro für seinen Anteil bezahlen, was die effektive Rendite senkt.

Warum eigentlich Mittelstandsanleihen?

Wer sich am Anleihegeschäft beteiligen möchte, kann dies vor allem über Rentenfonds tun. Doch mitunter möchte man als Anleger das Heft gern selbst in die Hand nehmen. Konventionelle Unternehmensanleihen weisen dabei mitunter jedoch die Hürde auf, dass die Mindestsumme für eine Investition bei 5.000 oder sogar 10.000 Euro liegt. Mittelstandsanleihen sind jedoch speziell für Privatanleger gedacht und können oftmals bereits in 1.000 Euro-Stückelungen erworben werden. Im Folgenden werden einige Mittelstandsanleihen mit ihren Konditionen kurz aufgezeigt:

  • Das Portal Deraktionaer.de hat bereits vor Jahren die Katjes-Anleihe empfohlen. Mit einem Coupon von 7,125% und einer Laufzeit bis Juli 2016 könnte diese Anleihe auch heute noch sehr interessant sein.
  • Das KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer hat die Anleihe der SNP Schneider-Neureither & Partner AG (WKN A14J6N) als „attraktiv“ eingestuft. Mit einem Coupon von 6,25% und einer Laufzeit bis zum 09.03.2020 sehen die Konditionen vordergründig nicht schlecht aus.

Wer sich für Geldanlagemöglichkeiten mit einer höheren Renditechance interessiert, kann mit Mittelstandsanleihen durchaus interessante Renditen erzielen. Das Risiko ist dabei jedoch häufig recht hoch. Genau deshalb sollten sich Anleger die Unternehmen vorher genau anschauen, um das Risiko einer entsprechenden Anleihe zumindest grob einschätzen zu können.


Über den Autor (*)

Martin Brosy

Martin Brosy
Boersenpoint

Martin Brosy betreibt die Börsenplattform und das Börsenspiel www.boersenpoint.de . Mit dem Beginn seines BWL-Studiums 2009 fing Herr Brosy damit an Aktien und Devisen erfolgreich zu traden.
Als Chefredakteur von Boersenpoint veröffentlicht er täglich seine Gedanken zu interessanten Aktien und komplexen Volkswirtschaftlichen Zusammenhängen.

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