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20.11.2014 16:23 Alter: 3 yrs
Autor: Martin Brosy

Der Slow Stochastics: Hervorragend in Seitwärtsbewegungen


Reutlingen (www.anleihenpoint.de): Mit Hilfe der Chart-Analyse versuchen Anleger zu erkennen, wann ein Trend sich ändert, um ihre Gewinne möglichst lange laufen zu lassen und Verluste zu begrenzen. Die Stochastics-Indikatoren sind vor allem für sehr erfahrene Trader geeignet.
 
Es gibt zwei Stochastics-Indikatoren: ein Indikator, der langsamer (Slow Stochastics) und einer, der schneller (Fast Stochastics) auf Veränderungen an Aktien- und Devisenmärkten reagiert. Aufgrund seiner höheren Treffsicherheit wird der Slow Stochastics-Indikator öfter eingesetzt. Er glättet extreme Kursausschläge.

Grundlage der Analyse ist die Erfahrung, dass die Kurse in steigenden Märkten eher an ihren Tageshöchst- und in Abwärtsbewegungen eher an den Tagestiefstkursen schließen. Entwickeln sich die Schlusskurse in die Gegenrichtung, wird die Trendumkehr wahrscheinlich.
Der Indikator besteht aus zwei Linien: der %K-Linie und der %D-Linie. Die Linien bewegen sich zwischen 0 und 100. Die %K-Linie wird aus der %D-Linie der Fast-Stochastics gebildet. In dieser widerspiegeln sich die Handelsspannen der Kurse innerhalb bestimmter Zeiträume, meist 5, 9 oder 14 Tage bzw. Wochen. Die Differenz zwischen Schlusskurs und tiefstem Tief wird geteilt durch die Differenz zwischen höchstem Hoch und tiefstem Tief und mit 100 multipliziert. Die %D-Linie ist ein gleitender Durchschnitt, in der Regel ein 3- tägiger gleitender Durchschnitt der %K-Linie. Sie fungiert als Signallinie.
 
Beim Indikator gibt es zwei Grenzbereiche: Ein Basiswert gilt im Bereich von (30) 20 als überverkauft und als überkauft bei (70) 80. Fällt die %K-Linie aus dem oberen Grenzbereich heraus, ergibt das ein Verkaufssignal. Steigt sie über den unteren Grenzbereich hinaus, ist das ein Signal, die Aktie zu kaufen. Kauf- oder Verkaufssignale werden außerdem generiert, wenn beide Linien sich schneiden oder Divergenzen zum Aktienkursverlauf auftreten. 
 
Der Slow Stochastics funktioniert am besten in Seitwärtsphasen des Marktes. In ausgeprägten Trends können Fehlsignale zustande kommen. Kombiniert man die Slow Stochastics mit Trendfolgeindikatoren und achtet auf Divergenzen zwischen Indikatoren und Wertpapier, kann man relativ sicher eine Trendumkehr voraussagen.


Über den Autor (*)

Martin Brosy

Martin Brosy
Boersenpoint

Martin Brosy betreibt die Börsenplattform und das Börsenspiel www.boersenpoint.de . Mit dem Beginn seines BWL-Studiums 2009 fing Herr Brosy damit an Aktien und Devisen erfolgreich zu traden.
Als Chefredakteur von Boersenpoint veröffentlicht er täglich seine Gedanken zu interessanten Aktien und komplexen Volkswirtschaftlichen Zusammenhängen.

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